Hausapotheke – Sicherer Pollenschutz fürs Kind

Hatschiii!

Während Fabians Freunde im März auf dem Spielplatz toben, bleibt der Sechsjährige lieber zu Hause. Denn Fabian weiß: Spielt er zu dieser Jahreszeit in der Natur, plagt ihn ein Niesanfall nach dem anderen. Fabian hat eine Pollenallergie. Wie mittlerweile jedes zehnte Kind in Deutschland.




Wiese
Foto: pixelio

Falsche Feinde

Bei der Pollenallergie hat sich das Immunsystem die falschen Gegner ausgesucht. Es stürzt sich auf harmlose Pflanzenpollen, die durch die Nase in den Körper eindringen. Dabei wollen die den Körper gar nicht angreifen. Das Immunsystem lernt in den ersten Lebensjahren zwischen schädlichen und unschädlichen Eindringlingen zu unterscheiden. Diese natürliche Abwehrreaktion ist bei der Allergie gestört. Das Immunsystem erkennt auch die harmlosen Pollen als Feinde und produziert in Riesenmengen den Stoff Histamin. Er zählt zu den körpereigenen Stoffen, die bei einer allergischen Reaktion freigesetzt werden. Er lässt Schleimhäute schwellen und Augen tränen, verursacht Niesanfälle und Haustausschlag.

Moderne Medikamente

Inhalationsspray, Augentropfen, Tabletten – selbst kleine Allergiker brauchen häufig schon das komplette Programm. Aber nicht alle Medikamente sind für Kinder geeignet. Um leichten Allergiebeschwerden vorzubeugen, können Kinder so genannte Mastzellstabilisatoren einnehmen. Zwei- bis viermal am Tag müssen sie in die Nase gesprüht, in die Augen getropft oder inhaliert werden. Meist steckt in den Medikamenten einer der Wirkstoffe Cromoglicat (ohne Altersbeschränkung), Ketotifen (ab dem siebten Lebensmonat) oder Nedocromil (für Kinder ab 12 Jahren). Sie alle bremsen die Freisetzung von Histamin und regeln, dass es gar nicht erst zu einer allergischen Reaktion kommt. Bei stärkeren und akuten Beschwerden kommen Antihistaminika zum Einsatz. Sie blocken die Wirkung des bereits freigesetzten Histamins ab. Wirkstoffe wie Loratadin, Cetirizin und Terfenadin machen nicht mehr so müde und sind schon für Kinder ab zwei Jahren zugelassen.

Pointierte Prävention

Cortison ist trotz seiner Nebenwirkungen ein wichtiger Wirkstoff in der vorbeugenden Asthmatherapie. Es unterdrückt die Entzündung der Atemwege und reduziert die Symptome. Bei häufiger auftretenden Atembeschwerden (mehr als einmal pro Woche) sollten Kinder es sogar täglich einnehmen. Je eher das Kind mit der Einnahme von Cortison beginnt, desto größer die Chance, dass sich die Lungenfunktion langfristig verbessert. Um die notwendige Cortisondosis möglichst gering zu halten, wird der Wirkstoff bei Kindern am besten inhaliert. Dann gilt: Die möglichen Nebenwirkungen des Cortisons richten viel weniger Schaden an als ein unkontrolliertes Asthma. 

Sanfter Schutz

Die Allergene sollten dennoch so weit es geht gemieden werden. Fabians Mutter ist darin mittlerweile sehr erfahren. Nicht nur, dass sie genau weiß, wann die für Fabian kritischen Pflanzen blühen. Sie achtet außerdem auf Pollenflugwarnungen im Radio und hält häufig die Fenster geschlossen – vor allem abends, wenn in städtischem Gebiet die Pollenkonzentration zunimmt. Fabians Straßenkleidung legt sie im Bad ab und wäscht Fabian abends die Haare, da sich in ihnen Blütenstaub festsetzen kann. Darüber hinaus können Kinder mit einer Nasendusche und isotonischen Salzlösung ihre Nase durchspülen. Langfristig hilft den kleinen Allergikern jedoch nur eine spezifische Immuntherapie (Desensibilisierung/Spritzenkur), bei der dem Körper kleine Mengen des Allergens verabreicht werden, um ihn langsam an den allergieauslösenden Stoff zu gewöhnen. Diese Behandlung ist ab einem Alter von fünf Jahren möglich und erspart den Kindern nicht selten eine Allergiker-Karriere.

Nicole Klemp




04.04.2008
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