Vom Ei zum Huhn

Tagebuch eines Küken

Noch ist Fanny nichts als ein kleines, süßes Federknäuel – aber bald wird aus dem süßen Küken eine waschechte Henne werden.


Vom Ei zum Huhn
Foto: pixelio

Piep, Piep und hallo! Ich bin Fanny, das Küken. Gerade eben erst bin ich aus dem Ei geschlüpft. Puuh, das war vielleicht eine Plackerei! Zuerst musste ich die harte Schale des Eis durchbrechen. Ich habe das mit meinem Eizahn geschafft, das ist ein kleiner Hornhöcker auf meinem Schnabel. Mit ihm kann ich prima Löcher in die Schale hacken. Trotzdem hat es fast eine Stunde gedauert, bis das Ei kreisförmig mit Löchern durchsetzt war. Puuh!

Und dann musste ich noch die beiden Schalenhälften mit meinen Beinen weg stemmen! Ganz schön viel Arbeit für so ein kleines Küken wie mich. Zum Glück hat mich meine Mama gleich unter ihre Fittiche genommen. Sie hat mich richtig schön aufgewärmt. Schau! Meine Federn sind jetzt gar nicht mehr nass und ich sehe aus, wie ein warmes, kuschliges Federbällchen.



Foto: pixelio

Mama ist weg! Heute ist mir auf unserem täglichen Ausflug etwas ganz Schreckliches passiert. Das war so: Ich lief zu einem der kleinen Erdhügel, die wir auf unserer Wiese haben. Dahinter finde ich immer die dicksten und leckersten Regenwürmer. Gerade hatte ich ein schönes und großes Tier gepackt, da plötzlich merkte ich, dass es um mich herum still war. So merkwürdig still. Ich blickte mich um und sah: Meine Mama war weg! Auch meine Geschwistern waren wie vom Erdboden verschwunden. Plötzlich bekam ich große Angst. In meiner Verzweiflung piepte ich ganz laut, so laut, wie ich nur konnte.

Die Menschen nennen diesen Ruf von uns Küken das "Verlassenheitsweinen". Ich piepte lange und länger, bis ich plötzlich von weitem ein Glucken hörte. Das konnte nur meine Mama sein! Sofort watschelte ich los, immer dem Glucken hinterher. Schließlich fand ich meine Mutter und meine Geschwister hinter unserem Hühnerstall. Meine Mama schimpfte sehr, weil ich so weit von der Gruppe weggelaufen war. Aber ich glaube, irgendwie war sie auch sehr froh, dass sie mich wieder gefunden hatte.

Schon erwachsen: Morgen habe ich Geburtstag. Acht Wochen werde ich alt. Meine Mutter sagte, dass ich nun ein erwachsenes Huhn sei und mich um mich selber kümmern müsste. Ich freue mich schon darauf, das erste Mal ganz alleine über den Hof zu gehen. Regenwürmer und Insekten fangen kann ich schon ganz gut und Mama erzählte, dass ich auch bald meine eigenen Eier legen werde. Bin gespannt, wie das wird, wenn meine eigenen, kleinen Küken schlüpfen ...



27.05.2008
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