Unterstützung aus dem Ausland –

Familienleben mit einem Au Pair


Paula und Liz toben durch den Garten. Liz nimmt die kleine Paula auf den Arm und wirft sie in die Höhe. Das Mädchen quietscht vor Freude und schlingt ihre Ärmchen um Liz` Hals. So gut wie sich die beiden verstehen, könnte man sie für Geschwister halten. Aber Liz ist nicht Paulas große Schwester, sondern ihr Au Pair Mädchen aus England.



Foto: Jeanette Goulden / sxc

Die optimale Fürsorge

Nach Paulas Geburt ist ihre Mutter ein Jahr lang zu Hause geblieben. In ihren Beruf als Grafikerin in einer Werbeagentur wollte Frau Becker nach der Babypause gerne wieder zurück. Da auch ihr Mann berufstätig ist, stand die Frage nach der optimalen Betreuungsmöglichkeit für Paula schnell im Raum. Für den Kindergarten noch viel zu klein, was jetzt? KiTa, Tagesmutter, Oma? Eine Freundin gab Frau Becker den Tipp, für Paula ein Au Pair Mädchen zu engagieren und empfahl ihr auch gleich eine Vermittlungsagentur. Seit drei Monaten lebt nun Liz aus Manchester bei den Beckers, betreut Paula und übernimmt leichte Hausarbeiten.

Ein Au Pair von ganz weit her

Au Pair – der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet „auf Gegenseitigkeit“. Gastfamilien nehmen Au Pairs für einen Zeitraum zwischen  sechs und zwölf  Monaten bei sich auf und lassen sie am Familienleben teilhaben. Die Au Pairs sind in der Regel zwischen 18 und 25 Jahre alt und können sich einigermaßen in der Sprache des Gastlandes verständigen. Sie bekommen auf diese Weise die Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und die Lebensart und Kultur des Gastlandes kennen zu lernen.
Im neuen Heimatland nehmen die Au Pairs meist an einem Sprachkurs teil, der aber fast immer von ihnen selbst finanziell getragen wird.
Zusätzlich unterstützen die Au Pairs ihre Gastfamilie bei der Betreuung des Nachwuchses und helfen im Haushalt.
Das Verhältnis basiert auf einem gegenseitigen Geben und Nehmen und darf nicht missverstanden werden: Weder bekommt die Gastfamilie eine billige Putz- und Kinderfrau, noch ist das Au Pair auf einer Ferienreise. Die Rechte und Pflichten beider Parteien sollten vertraglich geregelt sein.

Familiäre Rundumbetreuung

Die Anwesenheit von Liz ermöglicht es der Familie Becker, die Betreuung ihres Kindes und das eigene berufliche Fortschreiten unter einen Hut zu bekommen. Was Frau Becker an Liz als Au Pair besonders schätzt, ist, dass sie wie ein vollwertiges Familienmitglied am Leben teilnimmt: So ist sie für ihre Tochter zu einem vertrauten und akzeptierten Spielkameraden geworden, von dem sie sich gerne hüten lässt.
Liz` Mithilfe im Beckerschen Haushalt darf allerdings nicht überstrapaziert werden: Das Au Pair hat eine gesetzlich festgelegte Arbeitszeit von maximal 6 Stunden am Tag bei maximal 30 Stunden in der Woche. Weiterhin stehen dem Au Pair mindestens eineinhalb zusammenhängende freie Tage in der Woche zu, einmal im Monat muss dieser freie Tag ein Sonntag sein.  Auf einen bezahlten Urlaub von vier Wochen (mindestens zwei volle Werktage pro Monat) hat das Au Pair ebenfalls Anspruch.

Die Kosten

Im Vergleich zu anderen Formen der Kinderbetreuung sind die Kosten für ein Au Pair  recht preiswert: Die Gastfamilie zahlt dem Au Pair ein monatliches Taschengeld von 260 Euro und trägt die Fahrtkosten für den Sprachkurs. Weiterhin kommen die Gasteltern für eine Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherung sowie für die volle Verpflegung auf und stellen dem Au Pair ein eigenes abschließbares Zimmer zur Verfügung. Gut zu wissen: Die Aufwendungen für das Au Pair können als Kinderbetreuungskosten bis zu 4.000 Euro pro Jahr von der Steuer abgesetzt werden.


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06.02.2008
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