Ideen-Reich!

Die Kreativität von Kindern fördern


Langsam schiebt Mira ihre schokladenbeschmierte Hand über den Küchentisch. Interessiert betrachtet sie die braune Spur, die ihre Finger hinterlassen. Ihr klebriges Kunstwerk wird allerdings nicht überdauern können. Besser sind darum „erlaubte“ Räume, in denen Kinder frei mit Material und Farben experimentieren dürfen – am besten so früh wie möglich. Denn das fördert die Kreativität – ein wertvolles Kapital fürs Leben.


Kreativität
Foto: Wanders

Kreativsein macht Mut

Ob Papier oder Bausteine, Sand, Stoff oder Alltagsgegenstände – mit verschiedenen Materialien können Kinder am besten ihre Erfahrungen machen und die eigenen Wirkungsmöglichkeiten erkunden. Dabei müssen sie immer wieder Entscheidungen treffen und kleinere Probleme lösen. Etwa: Welche Farbe wähle ich? Wie wird sie heller oder dunkler? Wie kann ich Materialen miteinander verbinden und etwas so bauen, dass es nicht wieder zusammenfällt?... Beim Werkeln und Experimentieren entstehen so nicht nur lauter kleine Kunstwerke. Kinder entwickeln auch die Fähigkeit, Herausforderungen anzunehmen und Probleme zu lösen. Und sie lernen, dass sie nicht wirkungslos sind und alles passiv hinnehmen müssen, sondern ihr Leben und ihre Umwelt durch eigenes, schöpferisches Tun mitgestalten und beeinflussen können.




Kreativsein formt die Persönlichkeit
Viele internationale Studien haben bewiesen: Kreative Kinder haben viel Selbstvertrauen und wenig Angst. Sie sind lebendig und sozial, sie verhandeln mit anderen, hören zu, lassen andere Wege gelten und schätzen ihre Mitspieler. Sie sind neugierig, verfolgen eigene Ideen, können sich länger konzentrieren und bringen bessere schulische Leistungen. Kurzum: Sie verfügen über Kommunikations- und Teamfähigkeit, Flexibilität, Sensibilität, Fantasie und Reflexionsvermögen – wichtige Schlüsselqualifikationen, die ihnen als Erwachsener und im späteren Berufsleben nützlich sind. Und philosophisch gesprochen: Von kleinen Menschen, die lernen Probleme – vielleicht auf unkonventionelle Art – anzugehen, profitiert die gesamte Gesellschaft. Viele gute Gründe also, die schöpferischen Ideen der Kinder zu fördern.


Doch lassen sich all diese Fähigkeiten tatsächlich mit Materialien, Farben, Klängen und Formen fördern? Die Hirnforschung weiß: Durch vielseitige Anregung werden die Nervenzellen im Gehirn stärker ausgebildet und in alle Richtungen miteinander verknüpft. Je mehr Nervenzellen und Verknüpfungen sich ausbilden, umso flüssiger fließen die Gedanken und Fantasien. Und auch ungewöhnliche Ideen können besser entstehen.

Ulla Forster,
Diplom-Pädagogin,

Leiterin der Kreativitätsschule Bergisch Gladbach e.V.



01.08.2007
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