Mehrfachinfektionen sind möglich
Eine einmal durchgemachte Rotavirus-Infektion bietet nicht unbedingt Schutz vor weiteren Erkrankungen, denn es gibt verschiedene Virustypen, die zeitlich und räumlich zirkulieren. So kann niemand vorhersagen, wann welcher Virustyp gerade wo vorherrscht. Deshalb können sich Kinder mehrmals an verschiedenen Rotavirus-Typen infizieren. So verursachen die fünf häufigsten Rotavirus-Typen mehr als 98 Prozent aller Rotavirus-bedingten Brechdurchfälle bei Kleinkindern in Europa und Deutschland.
Schluckimpfung schützt Säuglinge umfassend vor Rotavirus-Brechdurchfall
Da eine ursächliche Therapie nicht möglich ist, bieten die seit 2006 erhältlichen zwei Rotavirus-Schluckimpfstoffe eine hohe Wirksamkeit gegen Brechdurchfall. Der in drei Dosen verabreichte Impfstoff wirkt direkt gegen die fünf häufigsten Rotavirus-Typen.
Der Schluckimpfstoff wird zwischen der vollendeten sechsten Lebenswoche und dem sechsten Lebensmonat gegeben. Er kann zeitgleich mit anderen Säuglingsimpfungen verabreicht werden.
Nach Abschluss der Impfserie besteht ein umfassender Impfschutz, der bis ins dritte Lebensjahr anhält. Damit wird eine hohe Wirksamkeit genau für den Zeitraum nachgewiesen, in dem das Erkrankungsrisiko der Kinder am größten ist. So wird nicht nur die Krankheitslast für Säuglinge und Kleinkinder reduziert, sondern auch die Belastungen für Eltern und Geschwister verringert.
Krankenkassen erstatten die Kosten für die Rotavirus-Schluckimpfung
Immer mehr gesetzliche Krankenkassen, wie die Techniker Krankenkasse oder die Gmünder Ersatzkasse, übernehmen inzwischen die Kosten für die Rotavirus-Impfung in voller Höhe oder teilweise. Unter www.rotavirus-info.de finden interessierte Eltern eine aktuelle Liste aller Krankenkassen, die die Schluckimpfung bereits in ihren Leistungskatalog aufgenommen haben. Vor dem Impftermin sollten Eltern bei ihrer Krankenkasse nachfragen.