„Quatsch mit Soße?“
Essen – für Kinder mehr als nur Nahrungsaufnahme
Die Bestsellerlisten sind voll mit Kochbüchern. Das Fernsehen kann man einschalten, wann man will, es wird auf allen Kanälen gebrutzelt oder das perfekte Dinner serviert. Medial hat die Zubereitung von Speisen und das Essen einen Stellenwert erreicht wie nie zuvor. In der Realität sieht es allerdings oft ganz anders aus.
Familien in Deutschland sitzen immer weniger gemeinsam an einem Tisch. Und wenn doch, bestimmen Fertigprodukte mehr und mehr den Speiseplan. Dabei ist gerade für Kinder das Thema Essen und alles was damit zusammen hängt viel mehr als nur reine Nahrungsaufnahme. Denn zukünftige Verhaltensweisen und Fertigkeiten werden auch am Küchentisch eingeübt.
„Viele Eltern ernähren ihre Kinder heute nach dem Prinzip: Da ist der Kühlschrank, nimm dir, was du willst“, so Dr. Ursula Frohne, Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums am Elisabeth-Krankenhaus Essen – einer Einrichtung der Contilia Gruppe. „Eine solche Einstellung hat für Kinder viele Nachteile: Etwa 70 Prozent der Kinder, die zu uns kommen, haben zuhause kein Frühstück gehabt. Kinder brauchen aber regelmäßige Mahlzeiten und sollten morgens, mittags und abends etwas essen und trinken. Nur so bekommen sie über den Tag verteilt die nötige Energie und die notwendigen Nährstoffe.“
Dr. Ursula Frohne empfiehlt Eltern immer, einen möglichst festen Mahlzeitenrhythmus einzuhalten: „Durch feste Essenszeiten erhält der Tagesablauf eine Struktur, an der sich Kind und Eltern gut orientieren können. Auch wenn nicht alle Speisen gemeinsam eingenommen werden können, sollten Familienmahlzeiten ihren festen Platz im Alltag haben. Wünschenswert wäre es, wenn alle Familienmitglieder mindestens zu einer Mahlzeit am Tag zusammen kommen. Kinder lernen dann, dass das gemeinsame Essen auch dem Gedanken- und Erlebnisaustausch dient und werden das später beibehalten.“
Schon im Hochstuhl wird geübt