Lügen als Kommunikationsmittel
Ungefähr im Alter zwischen
fünf und sieben Jahren beginnen die Kleinen, eine Lüge als
Kommunikationsmittel einzusetzen. Ihr Schwindel ist meist harmlos,
schnell zu enttarnen und nicht selten von den Eltern abgeguckt: Sagt
der Vater „Hm, das Essen schmeckt lecker“ und verzieht dem Kind
gegenüber das Gesicht, merkt es, dass eine Höflichkeits- oder Notlüge
offenbar in Ordnung ist – Papa macht es ja auch.
Komplexere Lügen
Die
Fähigkeit, ihrer Umwelt komplexere Lügen aufzutischen, entwickeln
Kinder mit rund neun Jahren. Jetzt bekommen sie langsam ihren eigenen
Kopf, sind nicht mehr ständig unter der Aufsicht ihrer Eltern und
machen Erfahrungen mit anderen Menschen, die manchmal ebenfalls lügen.
Das kann ein Schulfreund sein, der seine Eltern über das verlorene Geld
für die Monatskarte anlügt und stattdessen ein Computerspiel kauft.
Oder ein Telefongespräch des älteren Bruders, der in den Hörer prahlt,
wie leicht ihm die Großen abgekauft haben, er habe eine gute Note in
der Mathematikarbeit... Dabei realisieren die Kleineren, dass sie durch
Lügen Dinge erreichen, sie sich den Alltag erleichtern oder gar Strafen
entgehen können. Und sie probieren aus, mit welcher Lüge sie weiter
kommen und womit sie auffliegen.
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