Die richtige Reaktion
Lügen darf sich für Kinder nicht
lohnen! Daher ist es klüger, die Konsequenz einer Lüge schlimmer zu
halten, als die der Wahrheit. Dazu gehört natürlich auch ein
vertrauensvolles Klima. Ein Kind, das Angst hat eine schlechte
Schulnote zu beichten, weil seine Eltern vermutlich schrecklich wütend
werden und schimpfen, wählt beim nächsten Mal das geringere Übel: eine
Lüge. Beichtet Ihr Sprössling, reagieren Sie besonnen und loben seine
Ehrlichkeit – selbst wenn Sie sich innerlich über die Note ärgern. Wenn
Sie bereits bei Angelegenheiten wie diesen ausflippen, wird sich Ihr
Nachwuchs, wenn er wirklich einmal Mist gebaut hat, überlegen, ob er
die Wahrheit gesteht. Merkt Ihr Kind aber, dass es nichts Schlimmes
ist, ehrlich zu sein und Sie es trotzdem lieb haben, wird es vermutlich
nicht mehr lügen wollen. Zeigen Sie auch Verständnis, wenn Ihr Kind
einmal im Nachhinein eine Lüge gesteht und erklären Sie ihm, wie sie zu
jenem Zeitpunkt reagiert hätten und dass es nicht schlimm gewesen wäre
– es dagegen jetzt eine Weile mit einem schlechten Gewissen hätte leben
müssen.
In jedem steckt ein kleiner Lügner
Nicht
zuletzt müssen sich Erwachsene in puncto „Lügen“ an die eigene
Pinocchionase fassen – Forscher haben herausgefunden, dass wir täglich
bis zu 200 Mal schwindeln! Situationen wie sich am Telefon verleugnen
lassen oder schlecht über jemanden sprechen, der den Raum gerade
verlassen hat, gibt Kindern kein gutes Beispiel für korrektes Benehmen.
Zumal sich ein solches Verhalten rächen kann, denn Kindermund tut oft
Wahrheit kund!
„Papi, da vorne kommt der Mann mit dem kaputten Dach“ –
„Wer?“ – „Der von dem du gesagt hast, er hätte einen Dachschaden...“
Versuchen
Sie, Notlügen und negative Kommentare über andere Menschen in
Anwesenheit von Kindern zu vermeiden. Passiert es doch, gehen Sie mit
gutem Beispiel voran, seien ehrlich und erklären dem Kind, warum Sie
das gesagt haben – auch Sie sind nur ein Mensch.