Mädchen
Foto: Jottum

Konsequent bleiben

Für Eltern ist an dieser Stelle der richtige Moment, dem kleinen Lügenbaron zu begegnen: Verdeutlichen Sie Ihrem Kind ruhig, aber bestimmt, dass Sie derartiges Verhalten nicht tolerieren – denn kommt es einmal mit einer Lüge durch, wird das sicher nicht die letzte bleiben. Bemerken Sie, dass Ihr Kind flunkert, sprechen Sie es gezielt darauf an: „Ich denke, dass du nicht ehrlich zu mir bist. Was ist der Grund dafür?“ Wenn Sie Konsequenzen androhen, müssen diese allerdings auch erfolgen, sobald Ihr Nachwuchs wieder lügt. Stimmen Sie sich in dieser Hinsicht mit Ihrem Partner ab, um sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen. Bieten Sie Ihrem Kind auch an, über die Sache zu sprechen und das Problem gemeinsam zu lösen, statt eine Moralpredigt über das Lügen zu halten.




Die richtige Reaktion

Lügen darf sich für Kinder nicht lohnen! Daher ist es klüger, die Konsequenz einer Lüge schlimmer zu halten, als die der Wahrheit. Dazu gehört natürlich auch ein vertrauensvolles Klima. Ein Kind, das Angst hat eine schlechte Schulnote zu beichten, weil seine Eltern vermutlich schrecklich wütend werden und schimpfen, wählt beim nächsten Mal das geringere Übel: eine Lüge. Beichtet Ihr Sprössling, reagieren Sie besonnen und loben seine Ehrlichkeit – selbst wenn Sie sich innerlich über die Note ärgern. Wenn Sie bereits bei Angelegenheiten wie diesen ausflippen, wird sich Ihr Nachwuchs, wenn er wirklich einmal Mist gebaut hat, überlegen, ob er die Wahrheit gesteht. Merkt Ihr Kind aber, dass es nichts Schlimmes ist, ehrlich zu sein und Sie es trotzdem lieb haben, wird es vermutlich nicht mehr lügen wollen. Zeigen Sie auch Verständnis, wenn Ihr Kind einmal im Nachhinein eine Lüge gesteht und erklären Sie ihm, wie sie zu jenem Zeitpunkt reagiert hätten und dass es nicht schlimm gewesen wäre – es dagegen jetzt eine Weile mit einem schlechten Gewissen hätte leben müssen.

In jedem steckt ein kleiner Lügner

Nicht zuletzt müssen sich Erwachsene in puncto „Lügen“ an die eigene Pinocchionase fassen – Forscher haben herausgefunden, dass wir täglich bis zu 200 Mal schwindeln! Situationen wie sich am Telefon verleugnen lassen oder schlecht über jemanden sprechen, der den Raum gerade verlassen hat, gibt Kindern kein gutes Beispiel für korrektes Benehmen. Zumal sich ein solches Verhalten rächen kann, denn Kindermund tut oft Wahrheit kund!

„Papi, da vorne kommt der Mann mit dem kaputten Dach“ – „Wer?“ – „Der von dem du gesagt hast, er hätte einen Dachschaden...“


Versuchen Sie, Notlügen und negative Kommentare über andere Menschen in Anwesenheit von Kindern zu vermeiden. Passiert es doch, gehen Sie mit gutem Beispiel voran, seien ehrlich und erklären dem Kind, warum Sie das gesagt haben – auch Sie sind nur ein Mensch.



18.05.2009
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