Angststörungen häufiges Krankheitsbild bei Kindern


Meldet sich ein Kind während des Schulunterrichts selten und meidet soziale Kontakte, kann das möglicherweise auf eine soziale Angststörung hindeuten.

Erwartungsdruck, Redeangst und Zurückhaltung


"Sozial ängstliche Kinder nehmen sich typischerweise in vielen Lebensbereichen stark zurück, in denen sie fürchten, einer prüfenden Betrachtung ausgesetzt zu sein und die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen", erklärt Professor Johannes Hebebrand von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in Berlin. Betroffene sind oft zurückhaltend und haben in der Schule Schwierigkeiten vor Lehrern und Schülern frei zu sprechen. Im Kontakt mit unbekannten Personen reden sie meist nur wenig, tun dies oft leise, meiden den Blickkontakt und wirken verlegen. Nicht selten gehen Angststörungen mit verschiedenen  körperlichen Begleitsymptomen einher. Dazu gehören zum Beispiel Zittern, Schwitzen, Schwindel, Atemnot, und Übelkeit bis hin zu Erbrechen. 

Begleitsymptome fördern Vermeidungsverhalten


"Die Angstsymptome führen dazu, dass soziale Situationen mit erhöhter emotionaler Belastung verbunden sind und daher von vielen Betroffenen soweit es möglich ist, vermieden werden, um sich die damit verbundenen unangenehmen Empfindungen zu ersparen", ergänzt der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universität Duisburg-Essen. Problematisch ist, dass dieses Verhalten eine Spirale in Gang setzt: "Durch dieses Rückzugsverhalten können Kinder mit sozialen Ängsten in ihrer Umwelt das Gefühl auslösen, nicht am Unterricht und am Kontakt interessiert zu sein. Dies bestätigt dann die Ängste der Kinder vor Fehlbarkeit und Ablehnung und fördert deren Vermeidungsverhalten."  Charakteristisch für sozial ängstliche Kinder und Jugendliche ist oft ein geringes Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik.


Wirksame Therapie


Leidet ein Kind unter sozialen Ängsten, ist das nicht immer offensichtlich. Häufig verwechseln Eltern das Verhalten ihres Nachwuchses mit Desinteresse oder fehlender Motivation. Besteht der Verdacht auf eine solche Störung, sollte man einen Kinder- und Jugendpsychiater bzw. -psychotherapeuten aufsuchen. Durch Kognitive Verhaltens- bzw. eine medikamentöse Therapie kann er die psychische Erkrankung, an der über fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen leiden, wirksam behandeln. 

Quelle: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de


16.12.2009
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